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Schreiben allein mit der Kraft der Gedanken
Auf dem Weg dahin sind Berliner Forscher einen Schritt vorangekommen. Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST[1]) und der Klinik für Neurologie an der Charité in Berlin präsentieren auf der CeBIT als öffentliche Premiere eine "mentale Schreibmaschine" (Halle 9, Stand A 60). Seit Jahren arbeiten die Teams um die Professoren Klaus-Robert Müller und Gabriel Curio an der so Computer-Hirn-Schnittstelle (Berlin Brain Computer Interface BBCI[2]), die beispielsweise komplett gelähmten Menschen eine Kommunikation mit der Außenwelt ermöglichen soll. Selbst wer nicht mehr rechts oder links blinzeln kann, kann "rechts" oder "links" denken -- und das soll ausreichen: Über 128 Elektroden auf der Kopfhaut werden die entsprechenden Gehirnsignale aus dem primär-motorischen Kortex aufgenommen und dank einer speziellen, lernfähigen Software aus dem Signalfeuer herausgefiltert. Das Funktionsprinzip des BBCI basiert darauf, dass die Hirnaktivität bereits die rein gedankliche Vorstellung eines Verhaltens widerspiegelt, zum Beispiel die Vorstellung, eine Hand oder einen Fuß zu bewegen. Das BBCI erkennt die damit korrelierenden Veränderungen des Hirnstrombildes und nutzt sie etwa zur Auswahl zwischen zwei Alternativen: Während eine Option durch die Vorstellung, die linke Hand zu bewegen, ausgewählt wird, müsste man sich für die andere Option eine Bewegung der rechten Hand vorstellen. So kann ein Cursor zum Beispiel nach links oder rechts bewegt werden. Bei der mentalen Schreibmaschine wählt man mit dem Cursor ein Buchstabenfeld aus. In einem weiteren Schritt wird diese Auswahl verkleinert, so dass man nach wenigen Schritten bei einzelnen Buchstaben landet, mit denen man Wörter schreiben kann. Einfache Sätze entstehen so in wenigen Minuten. Allerdings muss jeder Proband vorher eine Stunde lang sorgfältig verkabelt werden. "Der Durchbruch kommt, wenn wir ein berührungsfreies EEG entwickelt haben, etwa in Form einer Mütze", erläutert FIRST-Institutssprecherin Mirjam Kaplow. "Wir hoffen, dass wir hier 2006 noch Land sehen." Dann könnte ein solcher mobiler Elektroenzephalograph auch bei Verunglückten gleich am Unfallort eingesetzt werden. Auch die Frage, warum das System bei einem Viertel der Probanden nicht gut funktioniert, wird derzeit noch genauer untersucht. "Wenn diese Fragen geklärt sind, werden wir uns an einen Medizintechnikhersteller wenden", kündigte Kaplow an. Andere Forschungsgruppen in Europa und den USA arbeiten ebenfalls an ähnlichen Systemen. Der Ansatz von Tübinger Forschern beispielsweise geht jedoch davon aus, dass der Proband selber seine Hirnströme trainieren muss. "Das übernimmt bei uns der Computer", sagen die Berliner Forscher. (dpa) / (cm[3]/c't) (cm/c't) 05.03.2006
Gemetzel auf Atlantik-Insel - Mäuse-Banden töten Albatrosse
Auf einer entlegenen Insel im Südatlantik bilden eingeschleppte Hausmäuse regelrechte Banden, um bis zu 200 Mal größere Jung-Albatrosse zu überfallen und zu fressen. Forscher der Universität Kapstadt filmten grausige Szenen auf der zu St. Helena gehörenden Gough-Insel im Tristan da Cunha-Archipel. "Es war ein einziges Blutbad: halbtote Jungvögel mit klaffenden Wunden und heraushängenden Gedärmen!", berichtete der Biologe Ross Wanless vom Percy FitzPatrick-Institut für afrikanische Vogelkunde. Ein Sprecher des Instituts bestätigte am Freitag, dass Wanless gemeinsam mit seiner Frau Andrea Angel ein Jahr auf der einsamen Insel lebte, um das Phänomen zu untersuchen. Die Mäuse haben ihr aggressives Verhalten offensichtlich erlernt und an ihre Jungen weitergegeben, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet. Die Nager bezwingen die vom Aussterben bedrohten großen Vögel demnach, indem sie mit ihren Zähnen immer wieder die gleichen Stellen attackieren. Da die auf halber Strecke zwischen Afrika und Südamerika gelegene Insel seit Millionen Jahren keine Raubtiere beherbergte, haben die Vögel keine Abwehrmechanismen entwickelt. Die beiden Wissenschaftler waren auf das Phänomen aufmerksam geworden, weil bis zu 80 Prozent des Albatross-Nachwuchses vorzeitig starb. Derart aggressives Bandenverhalten ist laut Wanless von Mäusen bisher unbekannt. Zudem sei es nur auf einigen bestimmten Anhöhen beobachtet worden. Da nur eine Mäuse-Gruppe Angriffe startete, die andere aber nicht, schlossen die Forscher auf erlerntes Verhalten. Das jedoch sei extrem selten. Die Übertragung erlernter Fähigkeiten von einer Generation auf die andere sei bei wild lebenden Mäusen bisher so noch nicht beobachtet worden. Das Biologen-Ehepaar veröffentlichte seine Ergebnisse in dieser Woche auf einer Konferenz in Brasiliens Hauptstadt Brasilia. Die beiden Forscher wollen nun auf die Insel zurückkehren, um die Albatrosse durch Entfernung der Mäuse zu retten. Dienstag, 19. Juli 2005
 

Einkommens-Millionäre
 In Deutschland leben rund 12.400 Einkommens-Millionäre. Im Schnitt habe diese Gruppe im Jahr 2001 Einkünfte von jeweils 2,7 Millionen Euro erzielt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von ihnen musste jeder im Durchschnitt 1,1 Millionen Euro Einkommensteuer zahlen. Die zeitaufwendig berechnete Statistik wird alle drei Jahre neu erstellt. 1998 gab es noch 13.690 Euro-Millionäre mit einem Einkommen von durchschnittlich 3,2 Millionen Euro. Der Rückgang ist nach Angaben des Bundesamtes auf einen statistischen Effekt zurückzuführen. 1998 seien wegen damals erwarteter Steueränderungen zahlreiche Verkäufe von Unternehmensanteilen vorgezogen worden, so dass die Statistik für 1998 ungewöhnlich viele Euro-Millionäre auswies. 1995 gab es 7182 Euro-Millionäre mit Durchschnittseinkünften von 2,8 Millionen Euro. Insgesamt wurden 2001 rund 28,8 Millionen Steuerpflichtige mit Einkünften von 965 Milliarden Euro erfasst. Zusammen veranlagte Ehegatten wurden dabei als ein Steuerpflichtiger gezählt. Die Höhe der Einkünfte stieg im Vergleich zu 1998 um 6,9 Prozent. Die von den Finanzbehörde festgesetzte Lohn- und Einkommensteuer betrug 176,7 Milliarden Euro und damit 3,9 Prozent mehr als drei Jahre zuvor. Dienstag, 28. Juni 2005
 

Militär greift bei Streik in pakistanischem Telecom-Konzern ein
Pakistanisches Militär und Polizisten haben am Wochenende rund 250 Mitarbeiter der Pakistan Telecommunication Company (PTCL) festgenommen, berichtet die englischsprachige pakistanische Tageszeitung Dawn. In anderen Medienberichten ist von bis zu 500 verhafteten Beschäftigten die Rede, denen illegale Streikaktionen vorgeworfen werden. Außerdem haben Experten der Streitkräfte die Kontrolle über die zentralen Telekommunikationsanlagen übernommen. Die PTCL-Mitarbeiter streiken gegen die geplante Privatisierung ihres Unternehmens und für mehr Lohn. Vor einer Woche hatte die pakistanische Regierung noch zugesagt, die Gebotsfrist für Anteile des Unternehmens aussetzen und zunächst die Belegschaft ins Vertrauen ziehen zu wollen. Davon sei die Regierung, die 88 Prozent von PTCL besitzt, nun abgerückt, berichtet Dawn. Gewerkschaftführer Shahid Ayub meint, das Unternehmen sei profitabel und es gebe daher keinen Grund für den Verkauf. Außerdem gebe es keine Arbeitsplatzsicherheit für die Arbeiter. Als neue Frist für Übernahmegebote für 26 Prozent des Unternehmens, die etwa 1,5 Milliarden US-Dollar einbringen sollen, hat die Regierung nun den 18. Juni angesetzt. Als Interessenten werden Singapore Telecom, China Mobile HK, Telekom Malaysia, Saudi Oger, Turkcell und das ägyptische Almal Consortium gehandelt. Die Gewerkschaften haben weitere Aktionen gegen den Verkauf angekündigt. Die Regierung hat bereits gewarnt, streikende Arbeiter könnten nach Anti-Terrorismus-Gesetzen belangt werden. (anw/c't, 13.06.2005 17:27)
 
Papst gegen Kondome
Ungeachtet der grassierenden Aids-Seuche lehnt Papst Benedikt XVI. den zunehmenden Gebrauch von Kondomen in Afrika ab. Bei einem Treffen mit afrikanischen Bischöfen verurteilte er eine "Mentalität der Verhütungsmittel" auf dem Kontinent. Stattdessen betonte er als Mittel im Kampf gegen Aids das Gebot der sexuellen Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe: "Die traditionelle Lehre der Kirche hat sich als einzig sicherer Weg gegen die Ausbreitung von Aids erwiesen." In der Vergangenheit haben Gläubige und Experten immer wieder an den Vatikan appelliert, angesichts der Aids-Gefahr den Gebrauch von Präservativen in Afrika zuzulassen. Auch Joseph Ratzingers Vorgänger Papst Johannes Paul II. hatte sich kompromisslos gegen Kondome in Afrika ausgesprochen. Wörtlich sprach Papst Benedikt am Freitag von der Bedrohung durch "Scheidungen, Abtreibungen, Prosititution, Menschenhandel und eine Mentalität der Verhütungsmittel" in Afrika. Dies trage zum "Niedergang der Sexualmoral" bei. Zugleich ermahnte er die Bischöfe, das Verbot der sexuellen Betätigung für Priester (Zölibat) hochzuhalten. Freitag, 10. Juni 2005.
 
Ausländerschule in Berlin - Alle Deutschen weg
Rana lacht und ihre Zahnspange blitzt. Schulrektor Bernd Böttig hat das irakische Mädchen gerade auf dem Schulhof als "meine Lieblingstürkin" bezeichnet. Zwei Araberinnen und zwei türkische Mädchen kichern, daneben stehen Albaner, Afrikaner, Vietnamesen. Der Umgang ist locker. Deutscher Herkunft sind hier nur noch die Lehrer. Die Eberhard-Klein-Oberschule in Berlin-Kreuzberg hält in Deutschland wohl den Rekord, die erste und einzige deutsche Schule mit Schülern nur aus Einwanderer-Familien zu sein, 345 an der Zahl. Der Rektor hat seinen Humor bewahrt: "So gesehen habe ich kein Ausländerproblem, denn es gibt keine anderen." Die Mädchengruppe auf dem Schulhof ist sich einig: Sie hätten gern wieder deutsche Mitschülerinnen. Doch es kommen keine mehr. Immer wieder hatten deutsche Eltern gleich nach der Aufnahmefeier ihre Kinder von der Schule genommen. Rektor Böttig hat reagiert und sagt: "Wenn sich deutsche Eltern hierher verirren, fühle ich mich verpflichtet, ihnen zu raten, ihre Kinder an einer anderen Schule anzumelden." Auch Berlins Schulsenator Klaus Böger (SPD) hat vor den Verhältnissen fast resigniert: "Es ist weder der Schule noch der Schulaufsicht möglich, eine verträgliche Zusammensetzung der Schülerschaft herbeizuführen." Vor nur zehn Jahren war die Balance mit genau 50:50 noch ausgeglichen. Schüler und Lehrer machen das Beste aus der Situation. "Es ist sehr anstrengend, aber es macht riesigen Spaß", sagte Hasan Topraklar, türkischer Sozialpädagoge an der "100-Prozent-Multi-Kulti-Schule". Joachim Klein, der stellvertretende Rektor, hält fest: "Die Probleme rühren nicht von der Herkunft, sondern von der mangelnden Beherrschung der deutschen Sprache her." Deutsch ist Unterrichts-, aber so gut wie nie Umgangssprache. Äußerlich geht die Schule im Herzen Kreuzbergs jederzeit als Vorzeige-Schule durch. Die Gänge und Wände sind blitzsauber, Schulhof und Klassenräume liebevoll gepflegt, vor den Putzdiensten drückt sich keiner. Rektor Böttig: "Das Kollegium kann stolz sein auf die hier erbrachten Leistungen." Auch die sonst üblichen ethnischen Konflikte treten nur selten auf. Eine Lehrerin ist speziell als Leiterin einer Streitschlichtungs-Gruppe tätig. Die Abbrecherquote ist vergleichsweise gering, ebenso viele Schüler wie anderswo schaffen die Abschlüsse. Auch Simon Rattle, dem Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, ist dieser positive Grundton aufgefallen: Er nahm 30 Schüler der Oberschule in sein spektakulären Film-Projekt "Rhythm is it" auf. Trotzdem bleibt das Hauptproblem Sprache: "Immerhin haben immer mehr Schüler und Eltern inzwischen verstanden, dass sie es nur zu etwas bringen werden, wenn sie gut deutsch sprechen lernen", sagt Böttig. Er will aber überzeugen, nicht anordnen. Und wie zum Beweis reden die Mädchen auf dem Schulhof fast akzentfrei Deutsch mit ihm. "Er ist ein lieber, ganz netter", sagt Rana und lässt ihre Zahnspange blitzen. Von Hans-Rüdiger Bein, dpa, Mittwoch, 8. Juni 2005
 
Londons kleinste Wohnung - Schlappe 800 Euro Miete
Na - reicht doch! Donnerstag, 26. Mai 2005 Schlappe 800 Euro Miete Londons kleinste Wohnung Ein sechs Quadratmeter großes Zimmerchen kann in London für umgerechnet 800 Euro im Monat gemietet werden. Wie die Zeitung "The Guardian" berichtete, verfügt der ehemalige Stauraum über eine Kochecke, eine Dusche und einen Schrank. Auf einer Plattform darüber kann man schlafen. Der Makler preist die vermutlich kleinste Wohnung Londons im Szeneviertel Notting Hill als "winzig, aber trendy"an. Sie sei ideal für "jemanden mit einem sehr aktiven Sozialleben" außer Haus. Der Wert des Zimmers wird auf 150.000 Euro geschätzt. Eine größere Ein-Zimmer-Wohnung in demselben hundert Jahre alten Wohnblock ist gerade für 450.000 Euro verkauft worden. Die Hauspreise in London haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Die Mieten sind mehr als doppelt so hoch wie in Paris. Donnerstag, 26. Mai 2005
 

Tödliche Grippe-Viren In Umlauf gebracht


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor einem lebensbedrohlichen Grippevirus gewarnt, das weltweit in tausenden Laboren lagert. Die Proben des Virusstamms wurden zwischen Oktober 2004 und Februar 2005 fälschlicherweise für Routinetests von einer US-Firma verschickt. Nach Angaben des Robert- Koch-Instituts (RKI) sind auch sechs deutsche Labore in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg und Bayern betroffen. Sie seien bereits informiert und würden die Proben umgehend vernichten, sagte RKI-Sprechrin Susanne Glasmacher am Mittwoch in Berlin.
 
Die WHO kritisierte den Versand von gefährlichen Viren. Dabei habe die Absenderfirma das Risiko eines neuerlichen Ausbruchs der Grippeart in Kauf genommen, an der 1957 weltweit zwischen einer und vier Millionen Menschen gestorben waren. "Das Virus könnte einen weltweiten Grippeausbruch verursachen. Es war eine unkluge Entscheidung, es zu versenden", sagte Klaus Stohr, leitender Wissenschaftler der WHO.

Laut WHO handelt es sich um das Virus H2N2, das eine asiatische Grippeepidemie ausgelöst hatte. Besonders nach 1968 geborene Menschen hätten keine oder kaum Abwehrkräfte gegen dieses Virus, zudem nützt die derzeitige Grippe-Impfung nicht dagegen. Selbst die Zerstörung des Materials sei "ein Risiko", so die WHO. Es könne aber "als gering eingestuft werden", fügte er hinzu. "Das sollte keine große Angst auslösen." Der Aufruf zur Vernichtung der Proben ging an 3.742 Forschungslabore in 18 Ländern, Schweizer Labore haben keine von den Viren erhalten. Zumeist haben US-Labore die Proben erhalten.

H2N2 ist potenziell tödlich

Normalerweise werden an die Forschungslabors Proben von derzeit grassierenden Grippeviren für wissenschaftliche Tests verschickt. In diesem Fall sei jedoch das seit fast 40 Jahren nicht mehr aktive H2N2-Virus verschickt worden, erklärte die WHO. Bislang seien noch keine Fälle bekannt, in denen Laborangestellte sich mit dem Virus infiziert hätten. Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt die WHO jedoch die sofortige Vernichtung sämtlicher Proben.
Der Irrtum der amerikanischen Pathologen kam ans Licht, als die kanadische Gesundheitsbehörde am 26. März die WHO darüber informierte, dass das Virus H2N2 in einem kanadischen Labor identifiziert worden sei. Laut Liste der WHO wurde das Virus in folgende Länder verschickt: Bermuda-Inseln, Belgien, Brasilien, Kanada, Chile, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Israel, Italien, Japan, Libanon, Mexiko, Südkorea, Saudi-Arabien, Singapur, Taiwan und USA. (Mittwoch, 13. April 2005)